Wasserdruckerhöhung im Haus

18.September 2007 – 18:52

Wenn der Wasserdruck im Haus erhöht werden soll, muss unterschieden werden, woher das Wasser kommt.

Soll eine externe Pumpe installiert werden und wird Wasser aus Zinsternen oder Brunnen gewonnen, so können sowohl Hauswasserautomaten als auch Hauswasserwerke verwendet werden.

Hauswasserautomaten sind Kreiselpumpen, die eine Steuerung nachgeschaltet haben. Die Pumpe springt bei jeder Wasserentnahme an und fördert sofort mit vollem Druck. Bei Schließen der Entnahmestelle stellt die Pumpe einen Gegendruck fest und schaltet wieder ab.
Wird ein Verbraucher geöffnet, der weniger Wasser abnimmt, als die Pumpe fördern kann (typisch Toilettenspülungen), so würde die Pumpe takten, weil schnell der Abschaltdruck abgebaut und einen Moment später der Einschaltdruck wieder unterschritten ist. Um dieses Takten zu verhindern, haben die meisten Steuerungen eine Nachlaufzeit von wenigen Sekunden. Die Pumpe läuft damit weiter, bis der Verbraucher tatsächlich geschlossen wird.
Nachteil von Hauswasserautomaten ist das doch recht häufige Einschalten der Pumpe.

Hauswasserwerke haben einen Druckbehälter und einen Druckschalter. Bei Unterschreiten eines einstellbaren Einschaltdruckes springt die Pumpe an und läuft solange bis im System der Ausschaltdruck erreicht ist. Im Druckbehälter ist eine luftbeaufschlagte Gummimembran, die den Druck im Leitungssystem halten. Entnommen wird das Wasser aus dem System, wozu auch der Druckbehälter gehört.

Bei Entnahme aus der kommunalen Wasserversorgung kann keine Druckerhöhung durch Hauswasserautomaten erfolgen, weil nicht genug Wasser zur Verfügung steht. Wäre genug da, wäre der Druck auch ausreichend.

Szenario: Sie wollen den Druck erhöhen. Der Nachbar war seinen Wasserhahn geöffnet und Ihre Pumpe schaltet ein. Da nicht genug Wasser nachströmt, erzeugt die Pumpe einen Unterdruck im Leitungssystem und saugt durch den Wasserhahn des Nachbarn Luft in die Leitung.

Zur Druckerhöhung aus der kommunalen Wasserversorgung muss daher ein Hauswasserwerk eingesetzt werden, dessen Druckbehältergröße sich aus dem Wasserverbrauch errechnet.

  1. 14 Anworten to “Wasserdruckerhöhung im Haus”

  2. Hallo,
    es geht um ein Mehrfamilienhaus mit 8 Einheiten.Der Wasserdruck seht mit ca. 1.3 bar an.Können Sie mir eine Lösung aufzeigen die das Problem Druck löst(event.3bar ausreich).
    MFG
    Ernst Hujer

    By Ernst Hujer on Okt 18, 2007

  3. Guten Abend Herr Hujer,

    eine Wasserdruckerhöhung ist nur möglich, wenn eine ausreichende Wassermenge zur Verfügung steht. Bei einer Versorgung aus dem Leitungsnetz würde in Ihrem Fall ein Unterdruck in der Zuleitung entstehen, wenn nur eine Pumpe eingebaut wird.
    Es sollte ein Druckbehälter eingebaut werden, der den durchschnittlichen Verbrauch des Hauses versorgen kann.
    Für die Auslegung müssen die Verbraucher und der Wasserbedarf bekannt sein.

    Das sprengt hier jedoch den Rahmen. Ich schreibe Sie wegen Ihres Anliegens an.

    By Peter on Okt 18, 2007

  4. danke für Ihre umfangreiche erklärung.
    Bei mir spiegelt sich folgender Sachverhalt wieder, Ich wohne in einem Dorf, wo nur von den Stadtwerken 2,7bar geliefert werden, d.h. bei mir am Haus kommen nur ca 2,5bar an,
    weil meine Wohnung aber im 3,Stock liegt kommen wenn man die Höhe von 10meter einrechnet, nur ca 1-1,5bar an, dass reicht nicht zum duschen,
    jetzt meine Frage wie kann Ich dieses am preiswertesten lösen, damit man oben einigermaßen duschen kann - wenigsten 2-2,5 bar Druck beim Warmwasser. habe einen Durchlauferhitzer. Wir sind ein 2 Personen Haushalt. Danke für ihre Hilfe.
    Mit freundlichen Grüßen Tim

    By Tim on Dez 1, 2007

  5. Hallo Tim,

    da nicht genug Wasser ankommt, muss ein Vorrat aufgebaut werden.
    Die Dusche ist hier wohl der größte Verbraucher. Je nach Duschkopf und Duschverhalten werden 40-100 Liter Wasser pro Duschvorgang verbraucht.
    Weitere gleichzeitig betriebene Verbraucher (Waschmaschine, Spüle, etc.) sollten mit gerechnet werden.
    Sinnvoll ist ein Hauswasserwerk mit 60 Liter Druckbehälter. Ein 24 Liter Kessel könnte auch reichen, wenn ein Wasserspar-Duschkopf eingesetzt wird.
    Das es sich um Trinkwasser handelt, sollte der Pumpenkopf aus Edelstahl sein.

    Für einen ausreichenden Druck bei der Menge, die ein 2-Personen-Haushalt braucht orgen auch schon kleinere Hauswasserwerke.
    Beispiele:
    ELWA HW-950 http://www.elektro-kahlhorn.de/product_info.php/info/p323
    oder
    EBARA JEXM 80 http://www.elektro-kahlhorn.de/product_info.php/info/p325

    Das Hauswasserwerk sollte im Keller aufgestellt werden. Hängen weitere Parteien im Haus am gleichen Strang, sollte das Hauswasserwerk größer dimensioniert werden.

    Grüße
    Peter

    By Peter on Dez 1, 2007

  6. Hallo Peter, danke für die zügige Antwort und mit einem solchen Wasserwerk wäre mein Druckproblem dann auch erledigt?

    By Tim on Dez 2, 2007

  7. Ja. Am Hauswasserwerk wird der Abschaltdruck und der Einschaltdruck der Pumpe eingestellt. Max. sind ca. 4,5 bar möglich. Es gibt zwar durch die Schaltpunkte immer eine Druckschwankung im System, die wird sich aber bei einer Dusche weniger bemerkbar machen, weil die Durchflussmenge begrenzt ist.

    By Peter on Dez 2, 2007

  8. Hallo lieber Peter Ich bins nochmals…
    habe mir inzwischen ein HW gekauft, gebraucht, läuft aber, jetzt aber neine Frage betreffend der Einstellung am Einschaltsdruck und dem Differenzdruck..bei mir ist ja zuwenig druck, heißt das, dass Ich die Schraube des Einschaltsdruckes weiter rausschrauben muss, also das diese schon bei geringen Druck anspringt und die Schraube für den Differenzdruck weiter rein drehen muss??
    Ist so kompliziert mit der genauen Einstellung… danke für deine Hilfe und Frohe Weihnachten.

    By Tim Lönnendonker on Dez 22, 2007

  9. Ich kann nur etwas zu den Druckschaltern sage, die ich verkaufe. Normalerweise wird zuerst der Abschaltdruck eingestellt und dann über die Differenzdruckschraube der Einschaltdruck. Der Vordruck im Kessel sollte etwa dem Einschaltdruck entsprechen.

    By Peter on Dez 24, 2007

  10. hallo, wir haben einen Brunnen an dem in ca.
    10 m Entfernung ein Hauswasserwerk angeschlossen ist. 5.400L/h Förderhöhe 50 m.
    Druckkessel 24 Liter. Dann geht eine lange
    Leitung ca 50m 3/4 Zoll zum Haus. Für den
    Garten und die Toilettenspühlung reicht es,
    aber für die Waschmaschine 1Stock reicht es nicht.
    Kann man mit einen zweiten kleineren Hauswasserwerk (im Haus den Druck erhöhen)?,
    oder wie sonst ?
    Danke für Ihre Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen Hubert G.

    By hubert on Jun 18, 2008

  11. Hallo,

    die Frage lässt sich aus der Entfernung fast nicht beantworten. Die Pumpenleistung sollte ausreichen.

    Eine Ursache kann die recht lange 3/4-Zoll-Leitung sein. Davon ausgehend, dass die Leitung evtl. innen Ablagerungen hat und Rohrwinkel eingebaut sind, kann hier ein erheblicher Druckverlust auftreten.

    Bei einer Gartenbewässerung (Sprenger) ist aber normalerweise eine große Wassermenge und ein Druck von min. 1 bar erforderlich. Wenn die Leistung hier ausreicht, sind Druckverluste zur Waschmaschine vorhanden.

    Ein Hauswasserwerk kann hier wegen der Bevorratung im Druckbehälter Abhilfe schaffen. Ich würde aber erst nach der tatsächlichen Ursache suchen.

    Anderfalls bauen Sie quasi einen stärkeren Motor in ein Auto ein, dass zu langsam ist, weil die Handbremse angezogen ist.

    By Peter on Jun 18, 2008

  12. Hallo habe ein Problem!
    Habe auf dem Dach einen Wassertank zum aufheizen, da ich aber im letzten Stock wohne,reicht der Warmwasserdruck durch das geringe Gefälle aus dem Tank nicht aus. Frage gibt es eine Möglichkeit den Druck (zum Duschen) zu erhöhen wenn ich den Wasserhahn zur Entnahme öffne.

    Vielen Dank für Ihre Mühe
    Jürgen

    By Jürgen Sparr on Nov 24, 2008

  13. Hallo Herr Sparr,
    ich würde für den Zweck einen kleinen Hauswasserautomaten verwenden, z.B. JEXM-80 von Ebara: http://www.elektro-kahlhorn.de/product_info.php/info/p314
    Alternativ: http://www.elektro-kahlhorn.de/product_info.php/info/p312
    Die Geräte schalten bei Wasserentnahme ein und mit Schliessen des Verbrauchers wieder ab.
    Wichtig ist, dass die Entnahmestelle nicht tropft, weil die Pumpe sonst evtl. permanent läuft.

    By Peter on Nov 26, 2008

  14. Hallo guten Tag, unsere Wohnung liegt im obersten Stockwerk, Wasserdruck 1,5 bar. Probleme gibt es bei der Warmwasserentnahme an der Dusche, Kaltwasser ist ausreichend. Das Duschwasser wird in einem 60-Liter-Boiler erwärmt. Frage: Kann dieser Boiler durch Vorschaltung einer Ladepumpe als Druckspeicher benutzt werden? Diese Pumpe müßte auf der Wohnetage installiert werden, da im Keller kein Platz ist. Gibt es dafür einen Hersteller? Vielen Dank für Ihre Antwort

    By Paul Kofler on Apr 26, 2009

  15. Hallo Herr Kofler,

    die Frage kann ich nicht beantworten, da das Leitungssystem untersucht werden müsste.

    Ich vermute, dass die Leitungen von Hause aus einen zu geringen Durchmesser haben oder verkalkt sind. Dadurch können erhebliche Druckverluste entstehen.

    Eine Druckerhöhung würde vielleicht gar nichts bringen oder könnte sogar zum Platzen der Leitungen führen, sofern diese durch Kalk angegriffen sind.

    Sie sollten sich an einen Installateur wenden.

    By Peter on Apr 26, 2009

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