Ein Shop ist auch das richtige Leben

21.September 2007 – 2:08

Computer sind dazu da, um die Arbeit bei immer wiederkehrenden Aufgaben zu automatisieren. Das habe ich vor 25 Jahren mal gelernt. Es ist mehr draus geworden, aber der Satz stimmt immer noch.

Wir sind Menschen und sind bestimmte Abläufe beim Einkaufen gewöhnt. Das sollte ein Shop nicht umschmeissen.

Ich vergleiche einen Shop gerne mit einem Ladenlokal:

Die Startseite ist das Schaufenster. Am Eingang gibt es eine Tafel wie an der Rolltreppe eines Kaufhauses. Die Navigation und Verlinkungen sind die Hinweisschilder über Regalen und Ständen. Wenig ist mehr, zuviel verwirrt. Artikelkategorien sind Regale, in denen die Artikel übersichtlich eingeräumt sein sollten. Eine gute Artikeldarstellung steht für das gut präsentierte Produkt im Regal, eine gute Beschreibung ersetzt den beratenden Verkäufer.

Ein orientalischer Basar hat unbestritten Flair. Den Shop wie einen Basar zu gestalten und mit Logos, Icons und Geblinke voll zu stellen ist aber tödlich. Der Shop ist eben doch nicht so sehr das richtige Leben eines Basars.

Gehen wir zur Kasse, steht rechts und links noch etwas Cross-Selling zum Mitnehmen, haben wir den Geldbeutel einmal gezückt, gibt es kaum ein zurück. Die Kasse ist zu sehen und die Ware. Die Zahlart Karte oder Bargeld steckt im Geldbeutel. Das sollte auch im Shop auch so sein. Google Conversion University beschreibt das ganz gut.

Einfach gesagt: ein Geschäft, das aufgeräumt aussieht, schafft Vertrauen. Da kaufe ich gerne. In Wühltischmärkten möchte ich anfassen, was ich kaufen will. Im Internet kann ich nichts anfassen. Der Wühltisch ist damit fehl am Platz.
Außerdem ist scrollen weniger amüsant als wühlen.

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